...aber sich auf diese Weise vom "alten Weggefährten", dem braunen Kombi, zu verabschieden, war schon skurril.
Mich liess der Tatort - zunächst - etwas ratlos zurück, vor allem nach der Schlusszene: Wo war der Täter, von dem es allerdings geheissen hatte, er käme "durch die Wand"?
Und warum hatte er es auf "Schneewittchentypen" (schwarzes Haar, weisse Haut, blutroter Mund) abgesehen). Da das Märchen selbst ein Mutter-Tochter-Motiv wiederspiegelt, fand ich hier für die Motivation des Täters keine rechte Erklärung.
Aber die Anspielungen auf das Märchen selbst mit seinen diversen Motiven gaben für mich nach längerem Nachdenken weitaus mehr her, und da wurde es interessant:
"Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen, wer aus meinem Becherchen getrunken etc.", fragen sich die Zwerge in der zutreffenden Vermutung eines unsichtbaren Eindringlings - das war für mich das eigentlich Gruselige bei der Vorstellung von einem "unsichtbaren Gast" in den eigenen 4 Wänden.
Ebenfalls interessant:
Der Blick in den (Zauber)Spiegel, der bei Sarah eine plötzliche Erkenntnis auslöst (nach einem uralten volkstümlichen Brauch erblickt ein Mädchen beim Blick in den Spiegel den Schatten ihres Zukünftigen).
Dann der
"Todesschlaf", aus dem Schneewittchen nach einer bestimmten Zeit wieder erwacht - "wie lange war ich weg?", fragt Sarah; wobei mich der Hinweis des Pathologen auf die frühe Sterblichkeit von Epileptikern im Hinblick auf sie doch etwas traurig stimmte. Erwähnte sie das nicht auch irgendwann ganz nebenbei, als es im Gespräch mit Borowski um ihr Verbleiben im Kommissariat ging?
Hat der Täter in dem
Kind, um das sich keiner kümmert, das von der Mutter "stiefmütterlich behandelt" wird, sich selber wieder erkannt und war hier der Grund für die Tat zu sehen? Welche Verbindung bestand aber zwischen diesem und dem anderen Opfer? Diese Frage blieb für mich ungeklärt.
Last not least: Die Szenen zwischen Borowski und Roland sind immer wieder köstlich - gut, dass es sich beim "Abschied vom alten Weggefährten" dann doch nicht um ihn gehandelt hat.
